Habe heute an einem sehr interessanten Austauschprojekt zum Thema Kaffee teilgenommen, der ersten Barista-Jam Hamburgs.

Die Veranstaltung fand in dem Café und der Rösterei Torrefaktum in Hamburgs Stadtteil Ottensen statt. Hier wird zu meiner großen Freude ausschließlich fair gehandelter Biokaffe und unpasteurisierte, nicht homogenisierte Milch, direkt vom Biobauernhof verwendet
Verschiedene Baristas, Kaffeeröster, Kaffemaschinenhändler und Interessierte fachsimpeln, über alles was mit dem schwarzen Gold zu tun hat. Weil ich mir auch eine Kaffemühle zulegen möchte und schon immer auf diese 15 Bar-Gastro-Espressomaschinen (und vor allem das, was da rauskommt) stehe, dachte ich, dass das eine ganz gute Informationsquelle vor meinem Kauf ist.
Aber die Veranstaltung hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Experten haben verschiedene Röstungen, Kaffesorten, Latte-Art und Maschinen ausprobiert, doch auch als Laie wurde man an die Maschinen gelassen und konnte so unter Anleitung der Baraistas einen perfekten Espresso, Cappuccino oder eine Lattemacciato zubereiten.

So hat man mir nicht nur gezeigt und anschließen nachmachen lassen, wie man den Siebträger vorbereitet, wie viel Kaffepulver (ca. 7 g) in den Siebträger gehört, wie man ihn mit dem Tamper (Kaffepuck) verdichtet und schließlich, welche Farbe der Espresso beim rauslassen haben muss, sonder auch, wie man die Milch perfekt aufschäumt. Zuerst bläst man mit dem Wasserdampf knapp unter der Oberfläche der Milch und zieht den Dampfkopf langsam aus der Kanne, dann „lässt man die Milch am Rand entlang rollen“ (Zitat eines Baristas: „Rock n´Roll Bayby!“) sodass ein gleichmäßiger Schaum mit kleinen Luftbläschen entsteht und keine zu luftigen Schaumberge (Zitat eines Baristas: „Nicht solche Bauschaum-Milchberge wie bei diesem amerikanischen Burger-Schnellrestaurant“).

„Ein Barista ist ein „Kaffeekünstler“ an der Espressomaschine, der ein großes Wissen über Kaffee hat…“ (Zitat von Wikipedia)

Ich kann nur sagen oh ja, verdammt, das sind sie – Kaffeekünstler mit großem Wissen darüber.
Highlites für mich waren unter anderem Milchschaum aus Ziegenmilch (nach dem zweiten Schluck gewöhnt man sich daran, mal was anderes), Kaffee, der in der Popcornmaschine geröstet wurde und das zeichnen eines Elefantenkopfes im Milchschaum eines Cappuccinos.
Viele Gerüchte haben sich gelüftet: Vollmilch eignet sich am Besten zum Aufschäumen (also nicht die Magermilch oder gar H-Milch), Espresso braucht gar nicht 15 bar Druck, sondern nur 9,5 bar und besonders: Siebträgermaschinen, die für mich als Einsteiger in Frage kommen kosten gar nicht unbedingt 2.000 Euro – nein, ab ca. 300 Euro ist man mit einer sehr guten Einsteigermaschine, die über viele Jahre exzellenten Espresso brüht, dabei.
Total glücklich und munter (aufgrund der vielen Espressos und Cappuccinos, die ich getrunken habe) habe ich die Veranstaltung verlassen, denn zum einen weiß ich jetzt, welche Kaffemühle ich mir kaufe und zum anderen rückt mein Traum einmal Besitzer einer Siebträgermaschine zu sein aufgrund des niedrigeren Preises (als erwartet) immer näher.
Und: Ich habe meinen ersten eigenen Cappuccino an einer Gastromaschine gemacht. Mit allem was dazugehört – genauso wie die Kaffeekünstler…
