Feeds:
Artikel
Kommentare

Es geht jetzt los…

Bereits letzte Woche haben wir Mitglieder des Tutenberg Instituts für Umweltgestaltung damit begonnen, unseren Garten im Altonaer Volkspark umzugestalten um Platz für unsere neuen Ideen und die wiederaufgegriffene Idee eines Schulgartens zu realisieren.

Vorher...

 

In diesem Zug mussten leider einige kleine Rotfichten und eine Eibe weichen. Bei den Fällungen war besonders zu beachten, dass unsere Wildbienen nicht in ihrer Winterruhe gestört werden. Klar ist es schade, dass diese Bäume weichen mussten, doch handelt es sich dabei nicht um einen brachialen Eingriff in die Natur, weil in der Nähe die selbe Vegetation vorherrscht. Außerdem werfen die Bäume sehr viel Schatten auf das Grundstück und die Nadeln lassen den Boden versauern, da es recht lange dauert, bis diese zu Kompost umgewandelt werden. Wären die Bäume erst einmal ausgewachsen, hätten andere Pflanzen kaum eine Chance in unserem Garten zu wachsen. Doch wir wollen ja die Vielseitigkeit der nachhaltigen, zukunftsfähigen Gartengestaltung aufzeigen und nicht das extrem eingeschränkte Ökosystem Fichtenmonokultur. Es liegt also auf der Hand, dass die Fällungen von Nöten waren.

IMG_1424

Das Holz wir von uns selbstverständlich als Baumaterial oder Brennholz weiterverwendet. Die Zweige finden im Staudengarten des Volksparks ihre Wiederverwendung.

 

IMG_1422

nachher...

 

 

Als nächsten Schritt folgt nun die Geländeformung, sprich der Einbau von Höhen und Tiefen. Diese Maßnahme erzeugt Spannungen und macht den Garten lebendiger und attraktiver. Außerdem werden so verschiedenen Umweltbedingungen, wie z.B. Wasserversorgung, geschaffen.

Noch arbeitet unsere Gartengestaltungs-Gruppe an dem Plan, doch sobald dieser ausgereift ist, werden wir mit den Weiteren praktischen Gestaltungsmaßnahmen fortfahren.

Wer in der Zwischenzeit schon Interesse an einer naturkundlichen Führung über das Basiswissen unserer heimischen Gehölze (ökologische Bedeutung, Verwendungsmöglichkeiten für den Menschen und kulturhistorischer Einfluss) hat, kann Kontakt zu mir aufnehmen, um einen gemeinsamen Termin zu finden. Ich freue mich auf über das Interesse.

PhilippBaumgaertel@web.de

Habe heute an einem sehr interessanten Austauschprojekt zum Thema Kaffee teilgenommen, der ersten Barista-Jam Hamburgs.

IMG_1388

Die Veranstaltung fand in dem Café und der Rösterei Torrefaktum in Hamburgs Stadtteil Ottensen statt. Hier wird zu meiner großen Freude ausschließlich fair gehandelter Biokaffe und unpasteurisierte, nicht homogenisierte Milch, direkt vom Biobauernhof verwendet

Verschiedene Baristas, Kaffeeröster, Kaffemaschinenhändler und Interessierte fachsimpeln, über alles was mit dem schwarzen Gold zu tun hat. Weil ich mir auch eine Kaffemühle zulegen möchte und schon immer auf diese 15 Bar-Gastro-Espressomaschinen (und vor allem das, was da rauskommt) stehe, dachte ich, dass das eine ganz gute Informationsquelle vor meinem Kauf ist.

Aber die Veranstaltung hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Experten haben verschiedene Röstungen, Kaffesorten, Latte-Art und Maschinen ausprobiert, doch auch als Laie wurde man an die Maschinen gelassen und konnte so unter Anleitung der Baraistas einen perfekten Espresso, Cappuccino oder eine Lattemacciato zubereiten.

IMG_1402

So hat man mir nicht nur gezeigt und anschließen nachmachen lassen, wie man den Siebträger vorbereitet, wie viel Kaffepulver (ca. 7 g) in den Siebträger gehört, wie man ihn mit dem Tamper (Kaffepuck) verdichtet und schließlich, welche Farbe der Espresso beim rauslassen haben muss, sonder auch, wie man die Milch perfekt aufschäumt. Zuerst bläst man mit dem Wasserdampf knapp unter der Oberfläche der Milch und zieht den Dampfkopf langsam aus der Kanne, dann „lässt man die Milch am Rand entlang rollen“ (Zitat eines Baristas: „Rock n´Roll Bayby!“) sodass ein gleichmäßiger Schaum mit kleinen Luftbläschen entsteht und keine zu luftigen Schaumberge (Zitat eines Baristas: „Nicht solche Bauschaum-Milchberge wie bei diesem amerikanischen Burger-Schnellrestaurant“).

IMG_1394

„Ein Barista ist ein „Kaffeekünstler“ an der Espressomaschine, der ein großes Wissen über Kaffee hat…“ (Zitat von Wikipedia)

IMG_1399

Ich kann nur sagen oh ja, verdammt, das sind sie – Kaffeekünstler mit großem Wissen darüber.

Highlites für mich waren unter anderem Milchschaum aus Ziegenmilch (nach dem zweiten Schluck gewöhnt man sich daran, mal was anderes), Kaffee, der in der Popcornmaschine geröstet wurde und das zeichnen eines Elefantenkopfes im Milchschaum eines Cappuccinos.

Viele Gerüchte haben sich gelüftet: Vollmilch eignet sich am Besten zum Aufschäumen (also nicht die Magermilch oder gar H-Milch), Espresso braucht gar nicht 15 bar Druck, sondern nur 9,5 bar und besonders: Siebträgermaschinen, die für mich als Einsteiger in Frage kommen kosten gar nicht unbedingt 2.000 Euro – nein, ab ca. 300 Euro ist man mit einer sehr guten Einsteigermaschine, die über viele Jahre exzellenten Espresso brüht, dabei.

Total glücklich und munter (aufgrund der vielen Espressos und Cappuccinos, die ich getrunken habe) habe ich die Veranstaltung verlassen, denn zum einen weiß ich jetzt, welche Kaffemühle ich mir kaufe und zum anderen rückt mein Traum einmal Besitzer einer Siebträgermaschine zu sein aufgrund des niedrigeren Preises (als erwartet) immer näher.

Und: Ich habe meinen ersten eigenen Cappuccino an einer Gastromaschine gemacht. Mit allem was dazugehört – genauso wie die Kaffeekünstler…

IMG_1398

Bin jetzt offizielles Mitglied beim TIfU e.V. TIfU steht für Tutenberg Institut für Umweltgestaltung. Der Verein möchte durch Umweltbildung Menschen aus dem urbanen Raum unsere Existenzgrundlage – die Natur, von der sich viele immer weiter  entfernen – wieder etwas näher bringen. Außerdem können Interessierte ihre Passion im Grünen bei uns ausleben und dabei etwas  Neues dazulernen oder sich austauschen.

All das findet auf unserem Gelände im Volkspark Altona statt.  Ferdinand Tutenberg plante den Altonaer Volkspark, der 1920 eröffnet wurde, als Grün- und Erholungsfläche. Doch neben Rosen- und Staudenbeeten gab es auch einen Schulgarten und Waldlehrpfad. Dieses Konzept wird vom TIfU wieder aufgegriffen.

Momentan laufen die Planungen für Konzept und Gartenplanung auf Hochtouren.

- Im Frühjahr wird in Zusammenarbeit mit Blütenträume eine triste Rasenfläche in eine 700 Quadratmeter große Wildblumenwiese umgewandelt. Diese ist nicht nur optisch attraktiver als eine der mannigfachen Rasenflächen – sondern bietet unseren heimischen, bedrohten Insekten ein lebensnotwendiges Refugium.

- Drei Bienenkisten stehen auf unserem Gelände und haben dieses Jahr schon einige Gläser Altonaer  Volksparkhonig produziert. Das ganze kann man sich quasi als extensives Imkern vorstellen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer wichtigen Bienen.

- Gartenplanung ist erstellt. Ein paar Elemente verrate ich schonmal und werde sie bei Gelegenheit noch genauer erklären: Nachbarschaftsbeete, Kompostecke, Hochbeete, eine Jahreszeitenhecke (Phänologische Hecke), einen Wald- und Pilzgarten, eine Essbare Hecke… und viele andere Installationen aus dem Garten- und Landschaftsbau und der Umweltbildung.
- Eine Hütte in Lehm-Strohballenbauweise mit Dachbegrünung, wird als Seminarraum als Ort der Begegnung dienen. Das Haus ist mit Blick zur Gartenfläche ausgerichtet und steht so unmittelbar im Dialog mit der Natur. Im Anbau befindet sich das Werkzeuglager und der Bienenstand.

Es wird  also bald wieder viel neues zu Entdecken geben im Altonaer Volkspark – damit die Menschen wieder Verstehen, was da  draußen im Grünen für Dinge passieren…

Dies ist ein Herbsttag …
   

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)

DSCN4804Eine sehr schöne, malerische Jahreszeit… – Gäbe es nicht die deutsche Ordnung und Sauberkeit:
Sobald sich die ersten Blätter am Baum gelb färben werden diese von übereifrigen „Gärtnern“, frustrierten Hausfrauen, unausgelasteten Männern oder gelangweilten Rentnern, noch am Baum hängend, mit dem Laubsauger abgesaugt. Sind Blätter dem saugendem Rohr entkommen und zu Boden gefallen werden diese mit lautem Getöse des Laubgebläses vom Rasen oder der hochdruckgereinigten Garageneinfahrt gepustet.

Natürlich ist es notwendig, die Gehwege und Verkehrsflächen aus Sicherheitsgründen vom Laub zu befreien. Auch ich gehöre als Gärtner zu denen, die diese Dienstleistung ausführen. Auch ich Rasenflächen befreie ich vom Laub.

Heute wurde ich von einer Dame darauf angesprochen, dass ich mit dieser Tätigkeit Igel gefährde und dass das Laub doch viel schöner und ökologisch besser sei.

Die Dame rannte bei mir offene Türen ein, doch man muss die Thematik differenzierter betrachten:

Bei der Verrottung des Laubes werden Wasserstoffionen frei, die den ph-Wert senken und so den Boden sauer werden lassen. Hier würde sich dann im nächsten Jahr keine Grasart  mehr wohl fühlen, was zur Folge hätte, dass sich auf Dauer Unkräuter und Moose (nicht vergleichbar mit einer Wildblumenwiese) durchsetzen. Durch Kalkung würde man dem wiederum entgegnen, weil der Besitzer hier eine Rasenfläche haben möchte. So würde man einen nie endenden, künstlichen Düngekreislauf in Gang bringen. Um also in der Stadt Rasen-Grünflächen nachhaltig attraktiv zu erhalten ist es durchaus sinnvoll, bereits bestehende Rasen vom Laub zu befreien.

Dabei sollten auf  gar keinen Fall Laubsauger verwendet werden, weil diese zum einen dem Boden die im Laub enthaltenen Nährstoffe entziehen und zum anderen wichtige Bodenlebewesen zerstören.

Pustet man dagegen das Laub von Verkehrsflächen oder Rasenflächen ins Gehölz, hat das mehrere positive Effekte: 
- Die Flächen sind „sauber“  und der Kunde ist zufrieden
- Die Nährstoffe der Blätter bleiben dem Stoffkreislauf erhalten
- Refugien für Winterschläfer werden geschaffen  

Gerade der Vorteil des letzten Punktes ist mir heute erst so richtig bewusst geworden: Hier können Winterschläfer ungestört und auf natürliche Weiße die Kalte Jahreszeit verbringen. Auf offenen Flächen bestünde nur die Gefahr, dass manchen Menschen die naturnahe „Wildnis“ ein Dorn im Auge ist und der Laubhaufen zusammen mit dem Winterquartier und Tier beseitigt wird. Hier ist auch die Möglichkeit höher, dass Menschen die Tiere entdecken und mit nach Hause nehmen, weil sie denken, dem Tier so zu helfen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Winterschläfer wird sich im Frühjahr schwer tun, sich wieder an seine natürliche Umgebung anzupassen.

Das Thema passt nicht nur gut, weil ich heute erneut auf die Problematik angesprochen wurde oder gerade Herbst ist, sondern auch, weil der Igel von der SDWi (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild) zum Wildtier des Jahres 2009 gewählt wurde.

Wer dem Igel helfen möchte kann sich z.B. beim NABU dazu informieren und das NABU Igel-Projekt unterstützen.
 
 

 

Arabica und Elliot

IMG_1377

Nach langem rumstöbern in einem Sport- und Outdoorladen, in dem ich beim bestaunen der Produkte immer total Lust auf neue Abenteuer und Herausforderungen im Freien bekomme, habe ich meinen Füßen jetzt endlich neue Kletterschuhe (Elliot) gegönnt.

IMG_1381

Die neuen Schuhe musste ich natürlich gleich im Kletter-Café „Salon du bloc“ (http://www.salondubloc.de/index.php?page=HOME) einweihen. Das ist ein Schmuckkästchen für Kletter- und Kaffeefreunde, denn hier treffen diese zwei herrlichen Dinge aufeinander. Man kann dort Bouldern und sich bei einer Tasse Kaffe (Arabica) stärken.